Selbstständig machen und Geld verdienen

Das müssen Sie zur Existenzgründung wissen – unser Ratgeber für Existenzgründer mit Know-hows und Tipps

Selbstständig machen und Geld verdienen, das ist der Traum vieler Menschen. Damit aus dem Traum Realität wird und Sie erfolgreich gründen, haben wir Ihnen einen Leitfaden zusammengestellt.

Selbstständig machen und Geld verdienen
Selbstständig machen und Geld verdienen Ratgeber mit vielen Tipps

Ganz so einfach wie man es sich anfangs wünscht, ist es dann doch nicht, denn es gibt viele Dinge für eine erfolgreiche Gründung zu beachten. Einzelne Themen werden wir noch einmal gesondert aufgreifen und weiterführende Artikel dazu verfassen.

Starten wir mit einem kurzen und sehr menschlichen Tipp. Als Gründer*in sollten Sie in jedem Fall jede Menge Durchhaltevermögen, Ausdauer  und Mut mitbringen. Der Anfang wird nicht leicht und zwischendurch wird es immer wieder Monate geben, die zum Haare raufen sind.

Zu einigen Themen finden Sie zusätzliche Ratgeber, die das Thema ausführlicher behandeln und Ihnen weiterführende Informationen bieten.

Erfolgreich selbstständig machen: 030-23 59 01 207

Themen Selbstständig machen und Geld verdienen

  1. Kann jede*r Gründer*in sein? Voraussetzungen für die Selbstständigkeit.
  2. Die Geschäftsidee. Nur eine Idee oder Aussicht auf Erfolg?
  3. Planung und Beratung. Sie müssen nicht allein gründen.
  4. Firmenname, Businessplan und Startkapital.
  5. Ich starte als Schüler, Student, Arbeitslose*r oder…?
  6. Vollzeit selbstständig oder nebenberuflich? Möglichkeiten, Vor- und Nachteile.
  7. Welche Rechtsformen gibt es und wie unterscheiden sie sich?
  8. Alles digital oder brauchen Sie noch Geschäftspapiere?
  9. Home Office oder Geschäftsräume?
  10. Steuern und Steuerberater. Ein sehr unliebsames Thema.
  11. Kapital und Eigenkapital. Mit Null gründen?
  12. Fördergelder und andere Behördengänge.
  13. Notwendige und freiwillige, welche müssen sein und welche sind zu empfehlen?
  14. Kalkulation – Preisfindung ist notwendig.
  15. Ohne Werbung geht gar nichts.
  16. Erfolg und Scheitern. Beides ist normal.

1. Kann jede*r Gründe*r sein? Voraussetzungen für die Selbstständigkeit.

Kein Stress mehr mit dem Chef. Kein Zwist mit den Kolleginnen und Kollegen und Arbeitszeiten, die man sich frei einteilen kann. Diese Aussichten sind verlockend, aber ist wirklich jeder Mensch für die Selbstständigkeit geeignet? Ja, mit der passenden Geschäftsidee und der Verteilung der Aufgaben kann sich grundsätzlich jeder Mensch selbstständig machen und Geld verdienen. Aber, es kommt fast immer ein Aber, über ein paar Dinge sollten Sie sich im Vorfeld Gedanken machen.

Was ist Ihre Motivation? Häufig wird als Grund die Unabhängigkeit genannt, doch die ist in den ersten Jahren kaum gegeben. Viel mehr ist es genau andersherum, denn in der Gründungsphase arbeiten Sie keine geregelten acht Stunden, sondern realistisch eher 12-16 Stunden. Zudem müssen Sie sich nach den Außenfaktoren wie Kunden richten.

Wie definieren Sie Ihre Persönlichkeit? Sind Sie extrovertiert, kommunizieren gerne mit anderen Menschen, haben Durchhaltevermögen und können mit Stress umgehen, sind das gute Voraussetzungen. Trifft das nicht zu und Ihre Persönlichkeit ist genau das Gegenteil, könnte es mit der Selbstständigkeit schwierig werden.

Bringen Sie fachliches Know-how mit? Eine Idee ist noch lange keine Garantie für eine erfolgreiche Selbstständigkeit. Haben Sie den Beruf erlernt oder studiert oder sich bereits über einige Jahre bewährt, sind das gute Voraussetzungen. Selbstgebackene Kuchen machen noch keinen Bäckermeister.

Wie gehen Sie mit Belastungen um? Sind Sie gesund und psychisch belastbar? Kaum ein*e Selbstständige*r macht wegen einer Erkältung frei. Zudem müssen Sie Stress gewachsen sein. Bekommen Sie schnell Magenschmerzen oder Migräne, wenn Sie unter Stress stehen, sollten Sie Ihr Vorhaben sich selbstständig machen und Geld verdienen zu wollen noch einmal prüfen.

Wie kritikfähig sind Sie? Oder wie lernbereit sind Sie? Eine der wichtigsten Eigenschaften, denn Ihnen werden immer wieder Fehler unterlaufen oder Sie haben etwas nicht bedacht. Wenn Sie sich schnell persönlich angegriffen fühlen, sollten Sie daran arbeiten oder Ihr Vorhaben überdenken.

2. Die Geschäftsidee. Nur eine Idee oder Aussicht auf Erfolg?

Ich möchte mich selbstständig machen. Großartig und was willst du machen? Das weiß ich noch nicht.

Ich möchte mich selbstständig machen. Großartig und was willst du machen? Oh, ich habe tausend Ideen, ich muss mir noch überlegen, welche die beste Idee ist.

Beides nicht wirklich gute Voraussetzungen, wenn Sie sich selbstständig machen und Geld verdienen wollen.

Sie sollten sich zuerst die folgenden Aspekte überlegen:

  • Können Sie einen Kundennutzen bieten?
  • Haben Sie ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenten?
  • Bringen Sie die persönlichen Voraussetzungen mit?
  • Ist Ihre Geschäftsidee profitabel?

Machen Sie ein Brainstorming und erstellen Sie eine Mindmap. Setzen Sie sich mit Familie, Freunden und Bekannten zusammen und sammeln Sie auch deren Meinungen und Aspekte. Analysieren Sie den bereits bestehenden Markt und Ihre Konkurrenz. Überlegen Sie, ob Ihre Geschäftsidee auch in ein paar Jahren noch erfolgreich sein kann. Eine Geschäftsidee ist nicht einfach nur eine Idee, die von heute auf morgen umgesetzt werden kann. Sie bedarf einiger Arbeit und Überlegungen.

3. Planung und Beratung. Sie müssen nicht allein gründen.

Ganz egal, ob Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen oder neben Ihrem jetzigen Beruf, die Planung ist das A und O. Zudem müssen Sie nicht alles allein wissen und schaffen. In jeder größeren Stadt gibt es Beratungsstellen und auch online finden Sie viele Ratgeber, unter anderem auch unsere Ratgeber. Wir geben Ihnen ein paar grundlegende Gedanken, die Basis Ihrer Planung sein sollten.

  • Überlegen Sie sich einen Firmennamen und achten Sie auf bereits vergebene Namensrechte und Markenrechte.
  • Wählen Sie einen Standort aus.
  • Erkundigen Sie sich, ob Franchise ein Modell für Sie wäre oder Sie einen bereits bestehenden Betrieb übernehmen können, bzw. wollen.
  • Bringen Sie in Erfahrung, ob Sie freiberuflich arbeiten können oder ein Gewerbe anmelden müssen.
  • Welche Rechtsform passt für Sie?
  • Fragen Sie nach, welche Berufsgenossenschaft zuständig ist, ob Kammerzwang besteht und ob Sie einen Meister gemacht haben müssen.

4. Firmenname, Businessplan und Startkapital.

Businessplan für die Existenzgründung
Businessplan für die Existenzgründung, Banken und Fördergelder

Die Wahl des Firmennamens kann eine echte Herausforderung werden. Die eine Herausforderung ist die zündende Idee, die man selber haben muss. Dann warten noch rechtliche Herausforderungen auf Sie, denn der Firmenname ist von der gewählten Rechtsform abhängig, von Patentrechten und Markenrechten. Und natürlich sollte der Firmenname potenziellen Kunden schnell und gut im Gedächtnis bleiben. Unser Rat: Beschäftigen Sie sich früh genug mit diesem Thema, denn es kann einige Wochen beanspruchen. Und auch ganz wichtig, überlegen Sie gut, ob der Firmenname zu Missverständnissen führen kann. Ob in einer anderen Sprache oder durch einen Dialekt bedingt, zum Lachen sollte Ihr Firmenname nicht sein.

Der Businessplan. Aber ich habe doch schon eine Planung.

Ja, Sie haben schon eine Planung aufgestellt. Diese ist aber Ihre persönliche Planung und umfasst grob die wichtigsten Punkte, an die Sie denken müssen. Der Businessplan hingegen konkretisiert Ihre Vorhaben sich selbständig machen und Geld verdienen zu wollen. Der Businessplan ist für Fördergelder und Kredite und Coaching Pflicht. Der Businessplan ist ein strukturiertes Dokument, das alle Aspekte der Selbständigkeit analysiert und plant. Hier kommt dann auch der kaufmännische Aspekt zum Tragen.  Den Ratgeber Businessplan finden Sie hier.

Selbstständig machen und Geld verdienen: Startkapital. Eigenes Geld und Kredit/e.

Wenn Sie sich nicht gerade als Buchautor selbstständig machen und Geld verdienen möchten, kommen Sie um Startkapital nicht herum. Bestenfalls können Sie eigenes Geld einbringen und zusätzlich Fördergelder und Kredit/e beantragen.

Grundsätzlich geht man von 15 % der Gründungskosten aus, die Sie als Startkapital einbringen sollten. Eine Gründung ohne Eigenkapital ist möglich, aber schwierig. Prüfen Sie außerdem, welche Fördermittel Sie erhalten können. Staat, Länder und Kommunen bieten einige Fördermittel, die eine Existenzgründung erleichtern. Zu Fördermitteln haben wir Ihnen ebenfalls einen Ratgeber zusammengefasst, den Sie hier finden.

5. Ich starte als Schüler, Student, Arbeitslose*r oder…?

Selbstständig machen und Geld verdienen aus verschiedenen Startpositionen

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ und es ist vielleicht nicht die Norm, aber durchaus möglich sich als Schüler selbstständig zu machen und Geld zu verdienen. Einige YouTuber und andere Influencer haben es vorgemacht, aber auch in anderen Bereichen haben Schüler Ihr Business verwirklicht und sehr früh gegründet.

Studenten können sich ebenfalls „früh“ selbstständig machen und Geld verdienen. Bei manchen ist es das Studium, das zur Selbstständigkeit führt, bei anderen eine Idee, die gar nicht unbedingt etwas mit dem Thema des Studiums zu tun haben muss.

Die Arbeitslosigkeit ist ein sehr häufiger Grund für den Schritt in die Selbstständigkeit. Hier läuft die Existenzgründung nicht viel anders als bei anderen Selbstständigkeiten. In diesem Fall ist es ratsam einen Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit aufzusuchen und die Pläne sowie die Besonderheiten zu besprechen.

Da in allen drei Fällen Besonderheiten zu beachten sind, haben wir auch zu diesem Teilbereich einen eigenen Ratgeber verfasst, den Sie hier lesen können.

6. Vollzeit selbstständig oder nebenberuflich? Möglichkeiten, Vor- und Nachteile.

Im Jahr haben sich rund 50 % aller Gründer*innen nebenberuflich selbstständig gemacht. Das erstaunt Sie? Das hat uns auch erstaunt und wahrlich ist dieser Umstand auch auf die Corona-Krise zurückzuführen. Aber auch außerhalb von Corona machen sich viele Gründer*innen nebenberuflich selbstständig und das kann durchaus Vorteile haben.

Vorteile nebenberuflich selbstständig

Der wohl größte Vorteil ist das geringere Risiko. Während man in der anderen Hälfte der Zeit weiterhin ein festes Einkommen bezieht, ist man in der Vollzeit Selbstständig zu 100 % auf den Erfolg angewiesen. Bedenkt man, dass rund 25 % aller Gründer*innen in den ersten drei Jahren aufgeben oder aufgeben müssen, kann die nebenberufliche Selbstständigkeit auch eine Testphase sein. Ein weiterer Vorteil ist der finanzielle Aspekt, denn mit einem „zweifachen“ Verdienst können Sie ein Polster anlegen. Entscheiden Sie sich später für die Vollzeit Selbstständigkeit, ist das Polster hilfreich. Bleiben Sie bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit oder geben diese auf, machen Sie einfach einen schönen Urlaub von Ihrem Gewinn.

Nachteile nebenberuflich selbstständig

Natürlich gibt es auch Nachteile, wie zum Beispiel der hohe Zeitaufwand. Familien, Freunde, Hobbys und Entspannung kommen oftmals zu kurz, denn Sie arbeiten rund acht Stunden in Ihrem Vollzeitjob und zusätzlich mindestens drei Stunden in Ihrer nebenberuflichen Selbstständigkeit. Dazu benötigen Sie auch eine ganze Menge Disziplin.

Einen grundsätzlichen Rat können wir Ihnen nicht geben, denn das ist immer eine individuelle Entscheidung. Sicher ist aber, dass die nebenberufliche Selbstständigkeit durchaus Ihre Vorteile und das geringere Risiko mit sich bringt.

7. Welche Rechtsformen gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Selbstständig machen und Geld verdienen als Freiberufler. Einzelunternehmer, GbR, GmbH oder…?

Wollen Sie sich selbstständig machen und Geld verdienen, müssen Sie bei der Existenzgründung eine Rechtsform auswählen. Dazu haben Sie in Deutschland verschiedene Möglichkeiten. Jede Rechtsform hat Ihre Vor- und Nachteile und manche, wie zum Beispiel die GmbH, erfordern ein nicht geringes Eigenkapital, das eingebracht werden muss. Wir stellen Ihnen an dieser Stelle die Rechtsformen nur als Listenpunkte dar und verlinken später einen ausführlichen Artikel, der die Vor- und Nachteile erläutert.

  • Einzelunternehmer*in und Kaufmann / Kauffrau
  • Freiberufler*in und GbR
  • PartG und OHG
  • UG und UG & Co. KG
  • GmbH und Limited

Einen grundsätzlichen Rat kann man nicht geben, denn die Wahl ist sehr individuell und für einige Selbstständigkeiten auch vorgegeben, denn unter Umständen müssen Sie ein Gewerbe anmelden und können gar nicht freiberuflich selbstständig sein. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Rechtsformen für Unternehmen.

8. Alles digital oder brauchen Sie noch Geschäftspapiere?

Selbstständig machen und Geld verdienen: Corporate Identy und Corporate Design

Geschäftspapiere sind der bekannte erste Eindruck, der nur schwer rückgängig gemacht werden kann. Aber brauchen Sie denn in Zeiten von Websites und Mails überhaupt noch Geschäftspapiere? Ja, diese Frage können wir ganz eindeutig und klar beantworten, Geschäftspapiere sind unerlässlich, denn auch eine Rechnung im Corporate Design macht einen guten Eindruck.

Die Corporate Identy beschreibt die Außenwirkung Ihres Unternehmens. Die Corporate Identy muss einzigartig sein, denn Sie möchten sicher nicht verwechselt werden oder unabsichtlich zur Konkurrenz leiten.

Das Corporate Design ist das visuelle Erscheinungsbild auf Visitenkarten, Ihrer Website, den Visitenkarten, den Rechnungen und Angeboten, das Firmenschild, auf Werbeartikeln und anderen PR-Artikeln.

Ja, wir wissen, dass es online viele Vorlagen und Grafiken gibt, die Sie verwenden könnten und deutlich günstiger sind als einen Grafik-Designer zu beauftragen. Möchten Sie ein Logo bei drei verschiedenen Firmen sehen oder bleiben auch Ihnen Unikate besser im Gedächtnis? Ihre Geschäftspapiere haben eine Wirkung und die muss positiv sein. Sparen Sie bitte nicht an der falschen Stelle und lassen Sie Ihr Corporate Design individuell und einzigartig erstellen.

9. Home-Office oder Geschäftsräume?

In vielen Fällen ist die Antwort auf die Frage eindeutig, denn die Dienstleistungen oder Produkte können gar nicht vom Home-Office aus angeboten werden. Haben Sie aber die Wahl, stehen Sie mitunter vor einer schwierigen Entscheidung, denn beides hat seine Vor- und Nachteile.

Vor- und Nachteile Home-Office

Das Home-Office bietet durchaus seine Vorteile. Ihr Arbeitsplatz ist Zuhause, Sie können sich Ihre Arbeitszeiten (teilweise) frei einteilen, stehen morgens und abends nicht im Stau und sparen die Kosten für Geschäftsräume. Eine Kleiderordnung gibt es auch nicht, Sie können selbst kochen und auch mal nach Feierabend Aufgaben erledigen.

Aber es hat auch Nachteile seinen Arbeitsplatz neben dem Wohnzimmer zu haben. Vielen Selbstständigen fällt die Abgrenzung schwer und sie arbeiten viel mehr. Die ständige unterbewusste Verpflichtung noch eben etwas erledigen zu können, kann zu Stress und Burn out führen. Wo empfangen Sie Geschäftspartner? Daran sollten Sie unbedingt denken, wenn dies für Ihre Selbstständigkeit in Frage kommt.

Unser Rat: Entscheiden Sie sich für das Home-Office, richten Sie ein Arbeitszimmer ein. Zum einen sind Sie ungestört, wenn andere Familienmitglieder zuhause sind und zum anderen können Sie abends die Tür schließen und die Abgrenzung fällt leichter.

10. Steuern und Steuerberater. Ein sehr unliebsames Thema.

Die meisten Menschen mögen das Thema Steuern nicht. Nicht nur, weil wir etwas zahlen müssen und das ungerne tun, sondern auch, weil es ein schrecklich trockenes und bisweilen kompliziertes Thema ist. Als Selbstständige*r müssen Sie sich aber mit diesem Thema beschäftigen.

Einkommenssteuer, Umsatzsteuer 7 % und 19 %, Gewerbesteuer und andere Steuern werden Sie in der Selbstständigkeit erwarten. Beschäftigen Sie Mitarbeiter kommen noch Sozialabgaben hinzu und außerdem die Kirchensteuer. Für Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG kommen noch die Körperschaftssteuer und die Kapitalertragssteuer hinzu.

Und dann können Sie natürlich auch noch Steuern sparen, aber bitte nicht an der falschen Stelle. Brauchen Sie einen Steuerberater? Ob Sie den Steuerberater brauchen, können wir für Sie nicht pauschal beantworten, raten aber dazu. Sie haben in den Gründungsjahren viel zu tun, belasten Sie sich nicht auch noch zusätzlich mit dem Thema Steuern. Der Steuerberater nimmt Ihnen viel Arbeit ab, sorgt dafür, dass alles seine Richtigkeit hat und hilft auch Steuern zu sparen, denn warum sollten Sie etwas bezahlen, was Sie gar nicht bezahlen müssen.

11. Kapital und Eigenkapital. Mit Null gründen?

Nichts ist unmöglich, aber nicht alles ist ratsam.

Ja, Sie können unter Umständen auch mit Null gründen, ist aber nicht ratsam. Heute gründen rund 44 % aller Gründer*innen mittels „Bootstrapping“, das die Finanzierung aus Eigenmitteln bezeichnet. Das bedeutet, dass das Gründungskapital ausschließlich vom Gründungsteam stammt. Einzige Voraussetzung für Bootstrapping, Sie und Ihr Gründungsteam müssen über Kapital verfügen. Der große Vorteil, Sie können Ihre Geschäftsidee eigenständig umsetzen, denn niemand redet Ihnen rein und stellt Ansprüche. Der Nachteil, scheitert das Unternehmen, verlieren Sie Ihr ganzes Geld. Überlegen Sie sich ganz genau, ob Sie dieses Risiko eingehen möchten.

Weitere Finanzierungsformen:

  • Gründerstipendium und Family & Friends
  • Gründungszuschuss und Förderkredit
  • Existenzgründungsdarlehen und Bürgschaft
  • Mikrokredit und Business Angel
  • Crowdfunding und Investoren
  • Kontokorrent und Private Equity
  • Wandeldarlehen und Mezzanine
  • Beteiligungskapital und Crowdinvesting
  • Venture Debt

Wir gehen an dieser Stelle nur näher auf den Gründungszuschuss und Förderkredite ein, da diese Finanzierungsformen sehr attraktiv und die bestmögliche Finanzierung für (fast) Jede*n sind.

Gründungszuschüsse

Genau wie Förderkredite werden Gründungszuschüsse aus öffentlichen Mitteln finanziert und müssen nicht zurückgezahlt werden. Die Beantragung ist relativ aufwendig und die Anforderungen sind nicht zu unterschätzen. Zu den bekanntesten Zuschüssen zählen der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit, das Gründerstipendium EXIST und die Zuschussprogramme zur Förderung von Innovationen.

Der Gründungszuschuss ist für Sie geeignet, wenn Sie gründen möchten ohne Geld zurückzahlen zu müssen, Sie sich sicher sind, dass Sie die Anforderungen erfüllen und den aufwendigen Weg der Beantragung auf sich nehmen wollen.

Förderkredite

Förderkredite als Finanzierungsinstrument
Förderkredite als Finanzierungsinstrument

Neben Gründungszuschüssen sind auch Förderkredite ein beliebtes Finanzierungsinstrument. Auch hier stammt das Geld aus öffentlichen Töpfen und wird zu besonders attraktiven Konditionen vergeben.

Meist sind die ersten Jahre tilgungsfrei. Das bedeutet, Sie zahlen in den ersten Jahren nur die Zinsen und erst zu einem späteren Zeitpunkt den Kredit. Die Zinsen sind für Gründer*innen niedrig und oftmals können Sie den Förderkredit ohne Vorfälligkeitsentschädigung frühzeitig ablösen. Erwirtschaften Sie höhere Gewinne als zunächst gedacht, lösen Sie den Förderkredit ohne zusätzliche Kosten ab.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist die größte Förderbank des Bundes und vergibt Förderkredite bundesweit. Zusätzlich bieten auch Länder verschiedene Förderkredite.

Der erste Weg führt aber immer zu Hausbank, denn über die Hausbank werden die meisten Förderkredite beantragt.

Wichtig zu wissen: Bitte immer erst die Zusage abwarten und dann loslegen. Rückwirkend wird kaum eine Finanzierung bewilligt.

12. Fördergelder und andere Behördengänge.

Lassen Sie sich von einem Experten beraten.

Zu Anfang gleich ein Rat von uns. Deutschland bietet seinen Gründer*innen zahlreiche Fördergelder, aber diese sind nicht ganz einfach zu finden und noch weniger einfach zu beantragen. Wenden Sie sich an einen Fördermittelberater und lassen Sie sich beraten. Gemeinsam finden Sie die für Sie passenden Fördergelder sehr viel schneller und können sich auch bei der Beantragung unterstützen lassen. Auch die Fördermittelberatung wird unter Umständen bezuschusst. Einen großen Teil des Beratungshonorars übernimmt dann der Staat.

Fördergelder für Gründer*innen:

  • Beratungsförderung
  • Geförderte KfW-Kredite
  • Gründungszuschuss
  • Einstiegsgeld
  • Mikromezzaninfonds
  • High-Tech Gründerfonds
  • INVEST – Zuschuss für Wagniskapital
  • EXIST Gründerstipendium
  • Business Angels
  • Kostenlose Fördermittelauskunft

Kurz zu den Business Angels. Business Angels sind vermögende Privatpersonen, die vielversprechende, innovative und wachstumsstarke Unternehmen mit ihrem privaten Vermögen unterstützen, also Wagniskapitalgeber. Zusätzlich stellen die Business Angels ihr Netzwerk und Know-how zur Verfügung, um aussichtsreiche junge Gründer*innen bestmöglich zu unterstützen.

Neben dem Gründungskapital, um das Sie sich kümmern müssen, stehen aber noch weitere Behördengänge an, denn je nach Art der Selbstständigkeit müssen Sie ein Gewerbe anmelden.

Wann ist eine Gewerbeanmeldung notwendig?

Laut § 15 Abs.2 EStG müssen Sie ein Gewerbe anmelden, wenn:

  • Sie selbstständig tätig sind und eigene Entscheidungen treffen und für diese verantwortlich sind;
  • das Gewerbe nachhaltig und langfristig ausgelegt ist;
  • eine Gewinnabsicht erkennbar ist;
  • Sie Waren und Leistungen mit anderen Unternehmen handeln.

Die Anmeldung erfolgt beim örtlichen Gewerbeamt und Sie benötigen zunächst nur Ihren Personalausweis. Sie können Ihr Gewerbe bis zu drei Monaten rückwirkend anmelden, sollten diese Frist aber nicht überschreiten. Das Ausfüllen der Formulare ist nicht schwierig, aber Sie sollten sich genau überlegen, was Sie unter „Gewerbezweck“ eintragen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 50 Euro.

Erzielen Sie mehr als 24.500 Euro Gewinn im Jahr, werden Sie gewerbesteuerpflichtig. Normalerweise meldet sich das Finanzamt kurze Zeit nach der Gewerbeanmeldung. Sollte das nicht eintreten, melden Sie sich beim Finanzamt, denn nicht melden seitens des Finanzamtes heißt nicht, dass man Sie vergessen hat.

Zusätzlich müssen Sie sich bei der IHK und möglicherweise bei der Handwerkskammer anmelden. Gründen Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus, müssen Sie sich unbedingt bei der Arbeitsagentur melden.

13. Versicherungen. Notwendige und freiwillige, welche müssen sein und welche sind zu empfehlen?

Vielleicht sind Sie ein risikobereiter Mensch und zählen zu den Unternehmern, die ihre Versicherungen nach dem potenziellen Risiko abwägen. In der Gründerzeit verständlich, denn jeder Euro zählt und wird gebraucht. Aber es ist nicht sinnvoll, denn zum einen sind manche Versicherungen gesetzlich vorgeschrieben und zum anderen so manches Risiko nach kalkulierbar. An dieser Stelle zu sparen, lohnt sich einfach nicht. Sie müssen sich nicht gegen jedes kleinste Risiko versichern. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Versicherungen vor.

Betriebshaftpflichtversicherung und Berufshaftpflichtversicherung

Die beiden wichtigsten Versicherungen für jeden Unternehmer sind die Betriebshaftpflichtversicherung und die Berufshaftpflichtversicherung. Schließen Sie beide Versicherungen gleichzeitig und rechtzeitig vor Beginn Ihrer Tätigkeit als Selbstständige*r ab. Diese Versicherungen schützen vor Personen- und Sachschäden, die Sie oder Ihre Mitarbeiter verursachen. Vor allem Personenschäden können schnell in die Hunderttausende gehen und Ihre Selbstständigkeit ruinieren.

Haben Sie Büroräume oder Ladenräume angemietet, ist eine Inventarversicherung sinnvoll. Die Inventarversicherung sichert Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Einbruchdiebstahl ab. Die Kosten sind für alle genannten Versicherungen steuerlich absetzbar.

Denken Sie auch über eine Arbeitslosenversicherung und eine Rentenversicherung nach. Haben Sie keine Arbeitslosenversicherung abgeschlossen und müssen Ihr Unternehmen aufgeben, beziehen Sie anschließend Hartz-IV-Leistungen und haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1. Sorgen Sie auch für Ihre Rente vor, denn Sie zahlen mit der Selbstständigkeit nicht mehr in die gesetzliche Rentenkasse ein.

Möglicherweise ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Vergleichen Sie hier sehr genau die Leistungen, sodass Sie individuell abgesichert sind.

Zur Krankenversicherung für Selbstständige finden Sie hier einen ausführlichen Ratgeber.

14. Kalkulation – Preisfindung ist notwendig

Selbstkosten, strategische Positionierung und Wettbewerb

Kalkulation und Preisfindung
Kalkulation und Preisfindung

Wie finden Sie den besten Preis für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung? Günstig allein kann es nicht sein, aber welche Faktoren beeinflussen die Preisfindung?

Grundsätzlich gilt, dass ein höherer Preis Qualität signalisiert und ein günstiger Preis mit geringerer Qualität verbunden wird. Aber das allein kann die Kalkulation nicht bestimmen. Ihr Ziel ist es Gewinne zu erzielen, gleichzeitig müssen Sie aber auch die Wettbewerber im Auge behalten.

Die Basis der Preisfindung bilden die Selbstkosten. Der Preis muss die Selbstkosten decken. Zu den Selbstkosten addieren Sie den gewünschten Gewinn pro Einheit (Gewinnmarge) und ermitteln so den Verkaufspreis. Nun ist der gewünschte Gewinn sehr subjektiv, denn ein*e Unternehmer*in möchte nach einem Jahr einen Porsche fahren und der / die andere Unternehmer*in fährt weiterhin Ihren VW Golf.

Jetzt analysieren Sie die Konkurrenz und prüfen den marktüblichen Preis. Gucken Sie, ob Ihr Preis realistisch ist. Liegen Sie über dem Marktdurchschnitt, müssen Sie Ihren Preis schlüssig begründen.

Und noch der Aspekt Ihrer Positionierung. Passt der Preis zu Ihrer Positionierung? Bieten Sie eher günstige Produkte / Leistungen an oder haben Sie sich im höherpreisigen Segment positioniert? Oder besetzen Sie vielleicht eine Nische? Gucken Sie auch hier, ob der von Ihnen angesetzte Preis zu Ihrer Positionierung passt.

Wir raten Ihnen, holen Sie sich Experten und Beratung an Ihre Seite. Einen zu günstigen Preis plötzlich erhöhen zu müssen ist ebenso ungünstig wie andersherum einen höheren Preis senken zu müssen. Beides macht misstrauisch und wirkt sich negativ auf Ihr Unternehmen aus.

15. Marketing. Ohne Werbung geht gar nichts.

„Wer nicht wirbt, der stirbt“ – Henry Ford gilt bis heute

Sie müssen in der Öffentlichkeit sichtbar werden. Und mit Öffentlichkeit meinen wir Ihr direktes Umfeld, aber auch das Internet, denn kaum ein Unternehmen kann es sich leisten auf das Internet zu verzichten. Bevor Sie aber viel Geld ausgeben, sollten Sie weiterlesen, denn gerade im Marketing können Sie viel Geld loswerden, das sich nicht immer rentiert. Und denken Sie immer daran, gewonnene Kunden wollen auch behalten werden. Erfolgreiches Marketing ist ein Weg, der Sie während Ihrer gesamten Unternehmertätigkeit begleiten wird.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Erfolgsorientiertes Marketing kennt seine Zielgruppe und wahrscheinlich kennen Sie Ihre Zielgruppe auch, denn sonst würden Sie kein Unternehmen gründen. Welche Bedürfnisse müssen Sie erfüllen, an welchem Standort erreichen Sie Ihre Kunden, wollen Sie ein Image aufbauen oder den Absatz optimieren und wie sind Ihre Kunden zu erreichen.

Marketing-Mix heißt der Weg zum Erfolg

Experten sind sich einig, eine Werbestrategie allein reicht nicht. Der beste Weg zum Erfolg ist der Marketing-Mix. Das bedeutet, Sie müssen verschiedene Kanäle nutzen, um Ihr Unternehmen bekannt zu machen. Klassische und digitale Werbung muss sich bestmöglich ergänzen.

Klassische Werbung

Klassische Werbung bezeichnet Print-Werbung, Flyer, Außenwerbung, Messen und PoS-Werbung. Ob Sie alle Kanäle oder nur einzelne der klassischen Werbung nutzen, ist eine individuelle Entscheidung und am besten mit Ihrem Marketing-Experten zu besprechen.

Digitale Werbung

Digitale Werbung ist heute nahezu unerlässlich. Fast jedes Produkt und jede Dienstleistungen werden erst einmal ergoogelt. Finde ich ein Unternehmen in meinem Umkreis, was kostet die Leistung / das Produkt, kann ich online bestellen und Fragen per Mail oder Chat stellen, das ist der Kunde / die Kundin von heute. Social Media, SEA und SEO sind klassische Beispiele für digitale Werbung.

Social Media: Knapp zwei Milliarden Menschen nutzen täglich Facebook, Instagram, TikTok und Co. Sie können zu fast 100 % sicher sein, dass man auch Sie online suchen wird. Also bieten Sie potenziellen Kunden was sie suchen und legen Sie ein Social Media Profil an.

SEA: „Search Engine Advertising“ bezeichnet Online-Werbeausgaben. Im Jahr 2019 betrugen die Ausgaben für Online-Werbung rund 100.000 Millionen Euro. Sie sehen, auch das ist ein unverzichtbarer Bereich der Werbung für die meisten Unternehmen.

SEO: Suchmaschinenoptimierung oder „Search Engine Optimization“ bezeichnet Maßnahmen, die Ihre Sichtbarkeit online erhöhen. Mit Sichtbarkeit sind vor allem die Google Platzierungen in den Suchergebnissen gemeint. Zur Erhöhung der Sichtbarkeit gehören Onpage und Offpage Maßnahmen. Möchten Sie sich nicht wochenlang mit diesem Thema beschäftigen, diese Zeit werden Sie mindestens brauchen, beauftragen Sie eine SEO-Agentur.

16. Erfolg und Scheitern. Beides ist ganz normal.

Selbstständig machen und Geld verdienen: Zwei Seiten einer Medaille

In Deutschland wird man schnell gefeiert, wenn man erfolgreich ist und noch schneller missachtet, wenn man gescheitert ist. Hierzulande ist Scheitern sehr negativ besetzt und ein Thema über das nicht gerne gesprochen wird. Schade, denn gerade im Scheitern steckt so viel Potenzial. Wir können lernen und noch viel wichtiger, wir können neu anfangen und es noch besser machen. Die meisten Menschen haben Angst Fehler zu machen, weil andere Menschen lachen und kritisieren könnten. Aber wie sagt man so schön: „Spötter sind Narren, die es nicht besser wissen“ und noch viel wichtiger, die es selbst häufig gar nicht erst versucht haben.

Zum Abschluss unseres Ratgebers möchten wir Ihnen Mut machen. Erfolg und Misserfolg gehören zum Unternehmertum dazu. Schon immer. Und Misserfolg heißt nicht aufgeben, sondern neu anfangen, aus den Fehlern lernen und es besser machen.

Erfolgreich selbstständig machen: 030-23 59 01 207