Großbritannien will mehr Börsengänge anlocken – Großbritannien will mit neuen Regeln für Börsennotierungen die Attraktivität des Finanzplatzes London steigern

London soll zukünftig als Finanzstandort gestärkt aus dem Brexit hervorgehen

London war als Finanzmarkt vor dem Brexit sehr beliebt bei Banken und Anlegern zugleich.

Im Zuge des Austritts aus der Europäischen Union ist auch dieser Wirtschaftssektor von zahlreichen Unsicherheiten begleitet.

Großbritannien will mehr Börsengänge anlocken
Großbritannien will mehr Börsengänge anlocken

Wenden sich Unternehmen für den Börsengang anderen Märkten zu, ist dies ein weiterer Faktor, der die angestrebte Unabhängigkeit nach dem Brexit in Gefahr bringt.

Pünktlich zum Abschluss des Jahres 2021 will Großbritannien den Finanzstandort London für Unternehmen wieder attraktiver gestalten.

Hierzu gehört ein Maßnahmenpaket, welches gezielt Lockerungen vorsieht, die eine klare Abgrenzung, zu den in der EU geltenden Regelungen darstellt.

Großbritannien stellt somit nochmals unter Beweis, den wirtschaftlichen Zweikampf mit der Europäischen Union keinesfalls zu scheuen.

Änderungen sind unter anderem in den dualen Aktienstrukturen zu finden

Während die Bevölkerung kaum Notiz von den Änderungen nehmen wird, ist zu erwarten, dass Unternehmen, die einen Börsengang planen, durchaus ein Interesse bekunden werden. Das gesteigerte Interesse ist unter anderen aufgrund der Neuregelung dualer Aktienstrukturen in Zuge von Premium Listings zu erwarten.

Deren Dauer wird auf einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren festgesetzt. Ein gesteigerter Einfluss der Unternehmen ist nicht nur als Kampfansage an die EU zu verstehen. In den USA sind vergleichbare Lockerungen bereits in Kraft getreten.

Sich international stärker zu positionieren ist aus den Änderungen ebenfalls abzulesen.

Weitere Lockerungen wurden an den SPACs vorgenommen

Kennern der Börse ist auch die Abkürzung SPAC bekannt. Die Special Purpose Acquisition Companies wurden bereits zum Ende des Sommers gelockert. Der Mindeststreubesitz ist dadurch von 25 % auf 10 % gesenkt worden. Das soll dazu beitragen, Hürden zu reduzieren und das Handeln mit Aktien für Unternehmen attraktiver zu gestalten.

London weiterhin im Herz des europäischen Börsengeschehens zu belassen und nicht an Bedeutung zu verlieren, erfordert höhere Zugeständnisse.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die getroffenen Maßnahmen als durchdachter erweisen, als zahlreiche politische Entscheidungen, die während der Brexit-Verhandlungen getroffen wurden.

Bisher zeigt sich eine abwartende Haltung zu den angekündigten Änderungen

Die Änderungen bestärken auf den ersten Blick die neuen Möglichkeiten und Freiheiten, die sich Großbritannien durch die Loslösung von der EU erhofft hatte. Wer sich die Mühe macht und diese oberflächliche Betrachtungsweise verlässt, merkt sehr schnell, dass Großbritannien durch den Brexit auch unter Zugzwang geraten ist.

Das Aushandeln von Verträgen außerhalb der EU gestaltet sich schwieriger als zunächst angenommen und auch die Pandemie hat der Wirtschaft einen schweren Schaden zugefügt. Auf dem Finanzparkett einen weiteren Tiefschlag zu erleiden, könnte dem Ansehen Großbritanniens weiter schaden.

Bisher reagieren die umworbenen Unternehmen trotz der neuen Regelungen zunächst zurückhaltend.

Erst die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, inwieweit London aus diesem Poker als Gewinner hervorgeht.

Ingo Noack

Ingo Noack - ich bin Chefredakteur von FirmaCo. Ich möchte Ihnen die neuesten Nachrichten aus dem Bereich Firmen Gründungen, Unternehmen erklären.

Letzte Artikel