Saudi-Arabien kündigt über eine Milliarde Dollar für Klima-Initiativen an

In Saudi-Arabien wird bis 2060 die grüne Ära eingeläutet

Länder wie Saudi-Arabien galten bisher eher als eine Bremse zum Erreichen der Klimaneutralität.

Seit Oktober des Jahres 2021 hat in Saudi-Arabien eine offizielle Kehrtwende stattgefunden.

Das Land will nun eine grüne Ära einläuten.

Verkündet wurde dieser Entschluss direkt vom Kronprinz Mohammed bin Salman.

Bis zum Jahr 2060 möchte Saudi-Arabien als klimaneutral gelten.

Saudi-Arabien kündigt über eine Milliarde Dollar für Klima-Initiativen an
Saudi-Arabien kündigt über eine Milliarde Dollar für Klima-Initiativen an ©master1305/adobe.com

Die Kosten für dieses Vorhaben werden mit bis zu einer Milliarde Dollar gefördert.

Anstelle von Ländern, die Versprechen abgeben, aber nicht unbedingt einen klaren Plan vor Augen haben, fehlt es dem Wüstenstaat nicht an finanziellen Mitteln.

Den Anfang macht das Pflanzen von 450 Millionen Bäumen.

Diese Bäume sollen über die nächsten Jahrzehnte verteilt den negativen Fußabdruck in Bezug auf die Emissionen auf eine ausgewogenere Ebene befördern.

Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Projekte Saudi-Arabien vorstellen wird, um diese große Aufgabe zu bewältigen.

Das Land kann die Anzeichen des Klimawandels ebenfalls nicht ignorieren

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel wird bevorzugt von Ländern gesprochen, die drohen vom Ansteigen des Meeresspiegels geschluckt zu werden. Wüstenstaaten wie Saudi-Arabien droht dagegen ein nicht weniger bedrohliches Szenario.

Mit einem hohen Temperaturanstieg kann sich diese Region als Lebensraum für Menschen immer weniger eignen. Flüchten die Menschen vor diesen Bedingungen, würde auch die Erdölwirtschaft des Landes früher oder später zum Erliegen kommen.

Heute zu handeln, um zukünftig nicht nur als Wirtschaftspartner relevant zu bleiben, ist ein Faktor, der für Saudi-Arabien auf mehrere Ebenen Brisanz besitzt.

Saudi-Arabien strebt seit Jahren an, sein Image im Westen zu verbessern

Die grüne Ära wenige Tage vor einem internationalen Klimagipfel auszurufen, ist ein weiterer Schachzug, mit dem Saudi-Arabien daran arbeitet, das eigene Image zu polieren. In den vergangenen Jahren wurde öffentlich daran gearbeitet, sich für ein modernes Lebensgefühl offener zu präsentieren als es der Tradition des Landes entspricht. Saudi-Arabien möchte damit zugleich Investoren als auch Touristen auf sich aufmerksam machen.

Zu diesem Zweck werden Formel 1 Strecken gebaut oder Frauen erlaubt bei Wrestling Veranstaltungen der WWE gegeneinander anzutreten. Die grüne Ära ist ein weiterer Schritt der Annäherung an den Westen, ohne einen kompletten Umbruch des sozialen Lebens herbeizuführen.

Bisherige Kritikpunkte an Saudi-Arabien, die einen berechtigten Ursprung haben, sollten trotz dieser positiven Nachrichten nicht in Vergessenheit geraten.

Junge Generationen sind eher bereit sich vom Erdöl abzuwenden

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Wirtschaft Saudi-Arabiens zum Großteil auf den Erdölreserven des Landes basiert. In der Vergangenheit war es kein Problem Abnehmer für dieses Produkt zu finden. Jüngere Generationen sehen die Abhängigkeit von Erdöl und die damit verbundenen negativen Folgen für die Umwelt zusehend kritisch. Um den heutigen Reichtum des Landes aufrechtzuerhalten, ist es für Saudi-Arabien zwingend erforderlich, die Wirtschaft breiter aufzustellen.

Der Tourismus ist eines dieser Vorhaben. Die hohen Temperaturen bleiben während des gesamten Jahres konstant, wodurch Saudi-Arabien sich auch in den Wintermonaten als Reiseziel anbietet. Vergleichbar mit Dubai möchte Saudi-Arabien somit nicht einzig vom Erdöl abhängig bleiben.

Die große Akzeptanz von Elektrofahrzeugen bei Menschen unter 30 Jahren sorgt ebenfalls dafür, sich den hohen Umsätzen durch den Verkauf von Erdöl längst nicht mehr so sicher zu sein als noch vor einigen Jahren. Mit Sicherheit ist Saudi-Arabien daher auch ein gewisses Kalkül zu unterstellen, sich ausgerechnet jetzt von dieser grüneren Seite zu präsentieren.

Der Umwelt und dem Klima ist es letztendlich vielleicht sogar egal, aus welchen Motiven diese getroffenen Klimaversprechen entstehen, solange diese tatsächlich in die Tat umgesetzt werden.

Ingo Noack

Ingo Noack - ich bin Chefredakteur von FirmaCo. Ich möchte Ihnen die neuesten Nachrichten aus dem Bereich Firmen Gründungen, Unternehmen erklären.

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